Das landschaftlich reizvolle, niederwildreiche Revier Roßdorf-Feld ist der Gemeinschaftliche Jagdbezirk der Stadtteilgemeinde Amöneburg-Roßdorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.

Das Roßdorfer Feld-Revier liegt im Amöneburger Becken im Vorderen Vogelsberg. Nordwestlich von Roßdorf treffen sich die Landesstraßen 3048 und 3289.

Roßdorf hat einen schönen alten Ortskern.
Die römisch-katholische Roßdorfer Pfarrkirche steht unter dem Patrozinium von Mariae Geburt und Johannes der Täufer. Erbaut wurde sie Anno 1732 im Barockstil. Am Kirchhof der Pfarrkirche kann man noch die Befestigung des alten Wehrdorfes mit seinen verteidigungsfähigen Mauern erkennen.

Daten Amöneburg-Roßdorf

Koordinaten: 50° 46‘ Nord 8° 54‘ Ost
Höhe: 210 m über Normalnull
Einwohner: 1.332
Postleitzahl: 35287
Vorwahl: 06424

 

Mittelpunkt des nach ihr benannten Amöneburger Beckens ist freilich die 365 m hoch gelegene Amöneburg mit herrlichem Fernblick. Die Geschichte von Amöneburg reicht sehr weit zurück.

Im 6. Jahrtausend v. Chr. finden sich bereits erste Siedlungsspuren. Es waren die Kelten die im 3. Jahrhundert v. Chr. den Berg an der "Amana"(das bedeutet Ohm) zur befestigten wehrfähigen "Amanaburg" ausbauten.

Eine erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 721. Der „Apostel der Deutschen“ Bonifatius begann von der fränkischen Bergfeste "Amanaburch" aus sein nicht unumstrittenes Missionierungswerk und gründete hier ein Kloster. Anfang des 12. Jahrhundert gelangten die "Ameneburg" und weitere Orte des Umlandes an die Mainzer Erzbischöfe, welche die Bergstadt zu einer der bedeutendsten Festungen im Marburger Land ausbauten.

Um das Bergmassiv liegt eines der ältesten hessischen Naturschutzgebiete mit ausgeschildertem Naturlehrpfad. Ein Museum der Stadt Amöneburg und das Naturschutz-Informations-Zentrum Amöneburg(NIZA) vermitteln in überzeugender Weise Geschichte, Natur und Landschaft.

Das Revier Roßdorf-Feld ist ein typisches Niederwildrevier der Region.

Hautpwildart ist das zahlenmäßig gut vorkommende Rehwild. Im Feldrevier Roßdorf tritt Schwarzwild gelegentlich auf. Fast alle heimischen Raubwildarten sind hier vertreten: Fuchs, Dachs, Stein- (u. Baum-)marder, Großes Wiesel/Hermelin, (auch Kleines Wiesel), Iltis und der Waschbär. Fuchs, Dachs, Steinmarder und Waschbär sind stark vertreten und werden bejagd, damit in dieser Kulturlandschaft auch die Verlierer, wie zahlreiche Bodenbrüterarten, eine Chance zum Überleben haben.

Neben Hase und Rebhuhn sind in den Revieren um die Amöneburg viele Vogelarten als Stand-, Brut-, Strich- und Zugvögel zu beobachten. Beispielhaft seien für den Artenreichtum in der Amöneburger Gemarkung Rotmilan, Schwarzmilan, auch selten Uhu, Steinkauz und Bechsteinfledermaus genannt. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit ist bei uns wieder der Weißstorch anzutreffen, der in den Feuchtwiesen und geschaffenen Biotopen im Amöneburger Becken seine Nahrung und Brutplätze findet. Wenn man besonders viel Glück hat, bekommt man sehr selten auch den Schwarzstorch im Anblick. Besonders erfreulich ist auch das Vorhandensein der Europäischen Wildkatze (Waldkatze). Eine Scheinwerferzählung des Feldhasenbesatzes in 2016 ergab auf 200 ha erfreuliche 28 Individuen. Erwähnenswert ist, das am 08. Mai 2016 ein junger ca. einjähriger Wolfsrüde durch das Amöneburger Becken durchgezogen ist, der dann Opfer eines Verkehrsunfalls zwischen Marburg-Bauerbach und Marburg-Lahnberge wurde. Ein bestätigter Wolfsnachweis durch Totfund. Die letzen Wölfe wurden auf dem Gebiet des heutigen Hessens im Jahr 1841 im Lahn-Dill-Kreis erlegt. Zu Sichtungen soll es in den letzten Jahren immer wieder auch innerhalb der hessischen Landesgrenzen gekommen sein.

Gefährdungen des Revieres traten in der Vergangenheit gelegentlich auf durch illegales Entsorgen von Müll in der freien Landschaft, durch freilaufende, hetzende Hunde sowie verwildernde Hauskatzen. Der Druck durch Erholungssuchende der bunten Spaßgesellschaft auf jagdbare, wie nichtjagdbare Wildarten wird auch im Revier Roßdorf-Feld spürbar größer: Trends in der Gesellschaft sorgen manchmal leider auch nach Sonnenuntergang für Bewegung in den ansonsten ruhigen Zonen des Reviers. In Jagdschutzangelegenheiten wird, wenn möglich und vertretbar, auf Einsicht der Störer gesetzt. Wilderer, Schlingensteller und andere jagdschutzrelevante Personen sind zum Glück seit Jahren kein Thema mehr im Revier. Trotzdem ist häufige Jagdschutzpräsenz zu unregelmäßigen Zeiten eine wichtige und nicht zu vernachlässigende Aufgabe der Berechtigten zum Schutze des Wildes und der jagdlichen Einrichtungen, - nicht nur in diesem Revier.

Ein weiterer Ausbau bzw. Wegfall von unbefestigten Feldwegen mit einer Vielzahl von Pflanzengesellschaften (Stichwort „Hasenapotheke“) beispielsweise zu einem Radwegenetz kann daher von uns Jägern und Naturschützern vor Ort nur als kritisch angesehen werden.
Die Negativ-Auswirkungen der von der bundesdeutschen Politik unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgerufenen "Energiewende" (z. B. Windenergieanlagen), aufgrund eines Erdbebens am 11. März 2011 im fernen Japan, und deren Umsetzung durch die regionalen politischen Akteure (CDUCSUSPDFDPGRÜNELINKE) auf Bundes- Landes- und Regionalebene auf wildlebende, heimische Arten und auf uns Menschen sind noch nicht in Gänze absehbar.

Im Rahmen seiner Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union hat das Land Hessen 639 Gebiete mit insgesamt ca. 441.000 ha für das Netz Natura 2000 vorgeschlagen.

In räumlicher Nähe zum Revier Roßdorf Feld sind das im Raum Amöneburg folgende Schutzgebiete, die dem Zweck dienen biologische Vielfalt durch Schutz, Pflege und Entwicklung bestimmter Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten zu erhalten:

Amöneburg (FFH / NSG 5219-301), Brückerwald und Hußgeweid (FFH 5119-301), Amöneburger Becken (VSG 5219-401), Ohmwiesen bei Rüdigheim (FFH 5219-303)

Das Revier Roßdorf-Feld zählt zur Hegegemeinschaft Ebsdorfergrund.

Wir sind Mitglied im Landesjagdverband Hessen im Deutschen Jagdverband.

Revierinhaber Martin Lauer ist zudem geprüfter Jagdaufseher gemäß dem Hessischen Jagdgesetz, Angehöriger des Verbandes Hessischer Jagdaufseher und lizenzierter Schutzgebietsbetreuer für das Vogelschutzgebiet Amöneburger Becken, sowie ehrenamtlich berufener sachkundiger Mitarbeiter im Monitoring großer Beutegreifer in Hessen (Wolf, Luchs) für den Landkreis Marburg-Biedenkopf.


 Ihre schnelle Verbindung zu uns: 0177 - 879 7 173